Hauchdünne Keramikfolien schonend fördern
Aus Keramik bestehen nicht nur Vasen, Zahnimplantate und Waschbecken. Aus dem vielseitigen Material lassen sich beispielsweise auch Folien fertigen, die Hitze in elektronischen Bauteilen effizient ableiten und dabei mit Temperaturbeständigkeit, chemischer Stabilität und elektrischer Isolation punkten. Doch das Handling solcher Folien ist besonders in automatisierten Produktionsumgebungen herausfordernd.
Das spröde Material reagiert empfindlich auf mechanische Belastungen und punktuellen Druck, was zu Rissen und Brüchen führen kann. Das gilt besonders für Varianten, die mit einer Schichtdicke von nur zehn Mikrometern zehnmal dünner als ein Blatt Papier sind. Automationsanlagen stoßen hier beim Produkthandling schnell an ihre technischen Grenzen, sodass hoher Ausschuss droht. Entsprechend lang suchte ein produzierendes Unternehmen nach einer Förderanlage, welche die empfindlichen Keramikfolien nach dem Zuschnitt schonend transportiert und eine Reinigung mit Bürsten von beiden Seiten ermöglicht.
Fündig wurde der Betrieb schließlich bei mk, wo Experten eine maßgeschneiderte Förderanlage entwickelten, die genau diese Anforderungen erfüllt.
Gurtförderer mit Vakuumfunktion
Herzstück der Lösung, die eine Folienreinigung von beiden Seiten ermöglicht, ist ein raffiniertes Zusammenspiel von zwei Gurtförderern der Serie GUF-P 2000 mit Vakuumfunktion.
Die Anlage funktioniert wie folgt: Die Keramikfolien landen nach dem Zuschnitt auf dem ersten, rund 1,30 m langen Gurtförderer. Hier werden sie durch eine perforierte Gurtoberfläche angesaugt und fixiert. So werden sie unter einer Bürste durchgeführt und die Verunreinigungen werden entfernt. Eine Besonderheit an dieser Stelle ist, dass mk zu Projektbeginn mit unterschiedlichen Perforierungsmustern und Vakuumleistungen testete, damit die Anlage möglichst flexibel genutzt werden kann und viele kundenindividuelle Folienformate bedienen kann.
Nach dem Reinigungsvorgang von oben erfolgt dann die Übergabe an den zweiten Gurtförderer, der leicht versetzt über dem ersten Förderer positioniert ist. Er verfügt ebenfalls über eine Vakuumfunktion, sodass er die Folien vom ersten Fördergurt nach oben abheben kann. Die Keramikfolie wird nun hängend weitertransportiert und von unten gereinigt.
Die von beiden Seiten gereinigten Folien fallen am Ende des zweiten Förderers schließlich in einen Kleinladungsträger und stapeln sich. Ist der Behälter gefüllt, übernimmt ein 2-Strang-Zahnriemenförderer ZRF-P 2010 den automatischen Abtransport.